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Porträt/Werkaufnahmen
Nachlass Jo Jastram
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Jo Jastram
(1949 Rostock – 2011 Ribnitz-Damgarten)
1928 in Rostock geboren, Studium an der Hochschule
für Bildende Künste Dresden bei W. Arnold, 1954
Fortsetzung des Studiums an der Kunsthochschule
Berlin-Weißensee bei H. Drake, 1956 nach Abschluss
des Studiums als freischaffender Bildhauer in
Rostock tätig, Reisen nach Usbekistan, Mongolei,
Sibirien, Skandinavien, 1972 Kunstpreis der DDR,
1973 und 1984 Nationalpreis der DDR. Lehrauftrag und
Professur für Plastik an der Kunsthochschule
Berlin-Weißensee bis 19861983 ordentliches Mitglied
der Akademie der Künste, Berlin (Ost), ab 1988
Reisen nach Afrika (Addis Abeba, Äthiopien), 1955
verlässt Jo Jastram die Akademie der Künste, 1996 -
2009 Schiffsreisen nach Indien, Jemen, Sri Lanka,
Adis Abeba. 2011 verstorben. |
Als Jo Jastram in der DDR sein Studium der Bildhauerei
begann vollzog sich in der Kunstpolitik der SED infolge der
Orientierung auf den Aufbau des Sozialismus 1952 der Umbruch
von einer Besinnung auf die humanistischen Traditionen der
klassischen Moderne, die durch die Nazidiktatur radikal
verfolgt worden war, zu der Doktrin des Sozialistischen
Realismus, die auf eine naturhafte Abbildung der Realität
und einen optimistischen Grundzug setzte und jede Form von
Abstraktion als formalistisch diskreditierte. Die sogenannte
Formalismusdebatte stand im Gegensatz zu den vielfältigen
bildnerischen Erfahrungen der Kunstgeschichte.

Scharrende Kuh, 1958, Bronze, 11 × 19 × 22 cm, WV-Nr.: 24
Bootsmann Jule, 1957, Bronze, Höhe: 31 cm, WV-Nr.: 20
/ Kleine Rügener Bäuerin, 1957, Bronze, 14,5 × 18 cm, WV-Nr.: 18
Die Professoren an den künstlerischen Hochschulen der DDR
standen der gegenständlichen Kunst der Zeit vor dem
Nationalsozialismus nahe, wurden aber von ihren Dienstherren
auf die sozialistische Doktrin gedrängt, unterschiedlich
gelang es ihnen, sich diesen Forderungen zu widersetzen.
Jo Jastram gehörte zu der ersten Generation von Bildhauern,
die an Kunsthochschulen der DDR ausgebildet wurden. Von
Anfang an galt es daher, sich mit dieser Doktrin
auseinanderzusetzen, um zu einer eigen künstlerischen Form
zu finden. Seine frühen Arbeiten in den 50er Jahren finden
schon überzeugend eine Einheit von Sinnbild und Abbild, von
plastischer Form und Gegenstand in diesen Jahren vorwiegend
in geschlossenen Formen, später verzahnen sie aufgebrochen
mit dem Raum. |
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