Dunkel als Zeichner und Holzschneider
Wenn hier Joachim Dunkel quasi ausschließlich als Bildhauer
vorgestellt wird, darf jedoch nicht verschwiegen werden, dass er
gleichfalls ein exzellenter Zeichner und Holzschneider war.
Neben den typischen Bildhauerzeichnungen als Vorstufe für das
plastische Arbeiten hat er ein völlig eigenständiges
zeichnerisches Werk großen Ausmaßes hinterlassen: Zeichnungen
mit Blei-, Farb-, und Kreidestiften, mit Kugelschreiber,
Filzstift, mit Feder in allen Varianten, mit Pinsel und Tusche
unterschiedlicher Coleur, Zeichnungen zu unterschiedlichen
Themen, in einem pulsierenden sehr offenen Strich, nie formell
festgelegt, Ausdruck von Seelischem und Geistigem.
Minotauris sitzend, ein Mädchen liebkosend, 1970, Feder und
Pinsel, 24,5 x 33,2 cm /
Zwei stehende Figuren, bei denen in der Landschaft gelagerter
Minotaurus, ca. 1970, Feder, 24,8 x 36,6 cm
Zwei Gegner im Kampf, 1979, Kugelschreiber und Farbstift in rot,
24 x 32 cm /
Fünf stehende weibliche Figuren, in unterschiedlicher Stellung,
1974, Mischtechnik graphitbasiert, 56 x 76 cm
Meisterhaft geschnitten und von Hand abgezogen sind seine
Holzschnitte auf Japanpapier. Auf Blättern mächtigen Formats
entwickelt Dunkel Figuren unmittelbarer Wucht und großer
Expressivität in gedrängten knappen reduzierten Formen im
wirkungsvollen Schwarz-Weiß-Kontrast.
Motive der annähernd 50 frühen Holzstöcken sind Variété und
Zirkus, Karneval und Maske, Phantasietier und Reiter, männliche
und weibliche Einzelfigur, Paarfigur, Szenen aus der Bibel.
Motive der annähernd 50 späten Holzstöcke: Reineke Fuchs,
Hubertushirsch, Totentanz, Tod am Nachmittag (Stierkampf),
weibliche Figur, Szenen zu Orpheus, Marsyas, Actaeon, Daphne,
Adonis, Hector.
Weibliche Figur mit Stier, 1993, Holzschnitt, Handabzug auf
Japanpapier, 84 x 57 cm / Zu: Totentanz, 1993,
Holzschnitt auf Japanpapier, 84 x 57 cm
Zu: Salome, 1992, Holzschnitt auf Japanpapier, 84 x 114 cm
Publikationen zum Schaffen Joachim Dunkels
Zu nennen sind die zwei Bände »Dunkels Geheimnis« und
»Dunkels Freiheit«, herausgegeben von
Rosemarie und Konrad Donhuijsen, erschienen 2010 im Willmuth
Arenhövel Verlag und 2016 im Ernst Wasmuth-Verlag Berlin, sowie
»Joachim Dunkel. Figuren zur Krippe«, herausgegeben von Waltraudt und Günter Braun, erschienen im
Verlag Willmuth Arenhövel.

Die von Dunkel in Terrakotta modellierten etwa 100 Figuren zur
Geburt Jesu, zum privaten Gebrauch gedacht, werden nach seinem
Tode durch Dr. Maria Dunkel in verschiedenen Orten zur
Weihnachtszeit ausgestellt, seit der Ausstellung im Berliner
Keramikmuseum und in der Villa Oppenheim in Berlin 2019 mit
einem Katalog als Buch und als Ausschneidebogen versehen:
Als weitere Publikationen erschien: »Joachim Dunkel. Zeichnungen
zu ›Reinike Fuchs‹ von Johann Wolfgang v. Goethe«, Auflage von 600
nummerierten Exemplaren, ebenfalls im Verlag Willmuth Arenhövel
Verlag.
Geplant ist ein dritter Band mit Texten zum Leben und Werk
Joachim Dunkels.